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Roman Pfaffl bevorzugt den Pump-Over dem Hang-Over


Weingut R&A Pfaffl

Lese

Wieder ist  eine Woche verstrichen und der Riesling am Berg ist heute ins Faß übersiedelt. Seit 2004, dem Jahr des Debuts des lieblichen Rieslings, genießt er das Privileg im gleichen Faß die Gärung vorzunehmen. Seit Juni stehen die Fässer leer und erwarten den frisch gepressten Saft im Herbst. Jedes Jahr verströmen die nach langem geöffneten Fässer eine herrliche Pfirsicharomatik, welche unverkennbar dem Riesling zuzuschreiben ist.

Im Barriqueraum türmen sich die Fässer. Zum ersten mal entschied sich Roman für ausschließlich französische Fassbinder. Denn er ist davon überzeugt, dass diese Barriques einerseits den Geschmack fördern und die Weine am Gaumen noch stoffiger machen und sich andererseits von der Holznote distanzieren. Der Raum ist auf konstante 20° gehalten und während Pinot Noir und Zweigelt beim Säureabbau sind, ist der St. Laurent bereit für den Umzug am Ende des Monats. In dieser Wartezeit wird er ständig gekostet, um die optimale Fülle auszunutzen. 

Cabernet Sauvignon und Merlot sind hochbeschäftigt, denn sie befinden sich mitten in der Gärung und werden jeden Tag alle 30 Minuten rundgepumpt. Roman spricht hier vom „Pump-Over“. Soviel zur Szenesprache der Jungwinzer...
Doch auch dem Chardonnay Rossern wird nicht langweilig. Jeden Freitag kommt es zur Battonnage damit er schön cremig wird. Erstmals wird ein Teil im Akazienbarrique ausgebaut, dies soll ihn noch fruchtbetonter machen und die Holznote ist kaum noch spürbar.
Schön langsam nimmt jeder Wein Persönlichkeit an ...

 
Roman Pfaffl ist happy
Weingut R&A Pfaffl 04.11.2008 16:04
Roman atmet zum ersten mal durch: Ein Ende ist in Sicht. Es sind bereits alle Trauben der Rotweine eingebracht und Cabernet Sauvignon und Merlot weilen seit gestern auf der Maische. Sie überzeugten bereits im ersten Durchgang mit 100% gesundem Traubenmaterial. Auf meine Frage, was der Winzer zur Reife von Cabernet Sauvignon und auch Merlot zu sagen hat, meinte dieser nur: „Ich bin absolut happy!“ Die hohe Reife der beiden Sorten wurde wohl auch durch das schöne Wetter letztes Wochenende begünstigt. Die beste Grundvorrausetzung seitens des Weingartens ist also gegeben. Der nächste Part geht nun an die Kellerarbeit, welche zur weiteren Metamorphose der internationalen Sorten beitragen wird.

Seit heute wird nun der Terrassen Sonnleiten Riesling gelesen. Diese Rebsorte ist ja sehr botritysanfällig und daher für uns Winzer sehr aufwendig. Glücklicherweise trockneten die Trauben heuer immer sehr schnell, daher kam es kaum zu Problemen. Die wenigen gefaulten Beeren werden nun bei der Ernte sorgfältig weggeschnitten.

Mit dem Fortschritt der Lese sind wir sehr zufrieden. Dieses Jahr kam es durch das überwiegend gute Wetter kaum zu Unterbrechungen. Hin und wieder musste zwar eine kleine Pause eingelegt werden, aber nie wirklich lange. Dadurch entstand auch kein Zeitdruck und es konnte zum optimalen Zeitpunkt gelesen werden. Voraussichtlich wird es noch zwei Wochen dauern, bis dann die aufregendste Zeit im Jahr endgültig ein Ende hat. In diesen zwei Wochen werden noch die zwei kräftigeren Veltliner – Hundsleiten und Goldjoch - und der bereits legendäre Riesling am Berg gelesen, bevor es dann an die Kellerarbeit geht. Drücken Sie uns die Daumen, dass das Wetter hält!
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